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IEC-ATA HDD-Gehäuse

Das IEC-ATA ist ein Interface für den Commodore C64/128 das es erlaubt ein IDE-Gerät (HDD, CF-Karte) mit dem C64/128 zu verbinden. Genauere Infos darüber findet ihr hier: IEC-ATA-Interface V2.0.

Da ich nun seit längerer Zeit diese Hardware inkl. dem Nachfolgemodell IEC-ATA-Interface V2.1 unbenutzt bei mir herumliegen hatte und ich kein passendes Gehäuse auftreiben konnte, kam mir die Idee vor ca. 2 Jahren, dafür etwas passendes selbst anzufertigen.
Zu der Zeit konnte ich einiges an Hardware von der Firma CMD erwerben, die unter anderem auch Diskettenlaufwerke (FD-2000, FD-4000) und Festplatten (HD-200 Hard Drive) entwickelt hatten.
Das Design der Gehäuse fand ich sehr ansprechend und wollte dieses daher in für mein Vorhaben übernehmen.
Da ich die Anschaffung damals so günstig wie möglich halten wollte, versuchte ich im Bekanntenkreise jemanden aufzutreiben der in der Lage war diese Gehäuseform zurechtzubiegen. Ich hatte dann auch über einen Arbeitskollegen meines Vaters jemanden gefunden der in der Schlosserbranche tätig war und mir etwas Passendes anfertigen konnte.
Doch aufgrund meines "Perfektionismus" gefiel mir das ganze einfach nicht. Es war einfach nicht das Richtige. Diese Variante war recht schlicht und die Haltebügel für die Festplatte waren angeschweißt. Das Gehäuse hatte dadurch einige Unebenheiten. Und die Biegungen waren auch nicht exakt. Abgesehen davon musste man noch sehr viel an Zeit für die Nachbearbeitung investieren.

Das Projekt bliebt dann lange Zeit in der Vergessenheit, bis mich mein Drang dazu vor ein paar Monaten wieder überwunden hatte das ganze nochmal neu, komplett mit einem anderen Ansatz von vorne zu beginnen.
Ab hier war dann der Zeitpunkt erreicht, wo ich einsah dass dies wohl ohne Experten nicht möglich war.

Ich erstellte mittels Sketchup ein 3D Objekt und begann einige Firmen zwecks Umsetzung anzuschreiben:

Darauf reagierte allerdings lange Zeit niemand. Schließlich meldeten sich dann doch eine deutsche Firma und eine aus österreich. Allerdings wären STEP-Dateien erforderlich um die Machbarkeit zu prüfen, so wurde mir mitgeteilt.
Dies stellte mich dann im endeffekt vor eine weitere Hürde. Denn ich besitze weder passende Software, noch das Wissen um diese damit anzufertigen.
Und hier kam dann eine Person aus dem sozialen Netzwerk ins Spiel. Ich konnte jemanden auftreiben der mir bei der Umsetzung und Planung große Unterstützung angeboten hatte. Er half mir schließlich über längere Zeit hinweg ein fertiges Modell im passenden Format zu erstellen das ich dann den kontaktierten Firmen weiterreichen konnte:

Nach einigen Anpassungen und änderungen wurde mir dann von einer Firma aus österreich ein Prototypengehäuse zugeschickt.
Natürlich passte auch dieses nicht exakt. Die Firma kam mit den gewünschten Biegeradien nicht zurecht und die Position einiger Bohrungen war nicht am richtigen Platz, da ich die Abmessungen nur grob von einem CMD-Gehäuse übernehmen konnte.

Nachdem das ganze nun nochmal etwas überarbeitet wurde, ließ ich mir 2 weitere Gehäuse zuschicken.
Diese passten dann schließlich fast perfekt.
Die beiden Gehäuse bestehen nun aus einem Stück 1,5mm Stahlblech. Wurden mittels Laser geschnitten und maschinell gebogen. Was nur noch fehlte waren die Verschraubungen für die Platinen und den Gehäusedeckeln.
Hier kam wieder mein Zwei-Komponentenkleber zum Einsatz der bei 180 Grad aushärtet. Damit wurden überall im Gehäuse 6mm M3 Bolzen verklebt. Auf denen dann die IEC-ATA Platine, die Platine für die Stromversorgung und die Platine für die LED-Anzeige und den RESET-Taster montiert wurde.

Ein paar kleine Korrekturen mussten noch an den Ecken des Gehäuses und Höhe der Kanten vorgenommen werden. Ebenso musste ich die öffnung für den EIN/AUS-Schalter vergrößern und die Bohrungen für die Verschraubung des Gehäusedeckels vergrößern.
Dies war dennoch noch eine recht mühsame Arbeit, da sich diese Art von Blech recht schwer bearbeiten ließ. Hier konnte man nur mit Dremel und Schleifmaschine Material abtragen. Ein richtig harter Bursche...

Nachdem dies allerdings in einer Tagesarbeit erledigt war, musste ich die Gehäuse dann nur noch lackieren. Dies ging eigentlich recht fix und mit zufriedenen Ergebnis vor sich:

Die Gehäuse ließ ich dann noch ein paar Tage trocknen und konnte Sie schließlich zusammenbauen:

Hierfür wurden folgende Elemente verbaut:
  • Zuerst habe ich die IEC-ATA Platine von den beiden LED's getrennt. Anstelle dieser wurden zwei Stiftleisten verlötet. Mehr war hier nicht zu tun.
  • Die Platine für die Stromversorgung besteht aus einer 4-pol DIN-Buchse wie sie auch bei einer 1541-II Floppy zum Einsatz kommt. Das bringt den Vorteil dass hier das gleiche Netzteil verwendet werden kann. Oder eines der kostengünstigen Netzteile von Pollin, die wunderbar für diese Zwecke verwendet werden können. Man muss sich lediglich einen passenden 4-pol DIN-Stecker besorgen.
    Auf der Platine sind jeweils der Anschluss für den EIN/AUS-Schalter, der 5V und 12V schaltet, zwei weitere Buchsen für die Versorgung des IEC-ATA und der HDD, sowie eine zweipolige Stiftleiste für die POWER-LED an der Front.
  • Und hier befindet sich auch die Platine die ebenfalls zwei weitere LED's für die HDD-Aktivität und Statusmeldung anzeigt. Sowie ein RESET-Taster der das IEC-ATA auf Wunsch resetet.
  • Die HDD wird neben der Stromversorgung noch mittels IDE-Flachbandkabel mit dem IEC-ATA verbunden. Dies musste geschickt verlegt werden, da die Anschlüsse etwas verwinkelt voneinander entfernt sind.
  • Auf den vier Bügeln wo die HDD-Befestigt wird befinden sich noch jeweils vier Vibrationsdämpfer. Damit wird die HDD im Betrieb fast geräuschlos.
    Für meine Zwecke habe ich jeweils zwei Stück 80GB HDD von Samsung verbaut.

Da ich beide IEC-ATA noch nie in Betrieb hatte, mussten diese erst mal konfiguriert werden. War das erledigt wird die HDD wie ein normales Laufwerk am C64 angesprochen. Beide IEC-ATA Versionen unterstützen auch den seriellen Schnellader Jiffy-DOS. Damit lassen sich der Zugriff und das Laden der Programme enorm beschleunigen!
Mit einer 80GB HDD erhält man zudem genügen Speicherplatz um die komplette C64-Spielesammlung sowie das komplette SID-Musik-Archiv abzuspeichern. Und dabei bleibt immer noch genügend freier Speicherplatz um sonstiges an Software unterzubringen:

Da das IEC-ATA mit der geeigneten Firmware das Dateisystem "FAT32" unterstützt, lässt sich die HDD ohne Umweg direkt am PC bespielen.